Aktuell
Die nächsten Konzerte
Beethoven: Sinfonie
Nr. 1 C-Dur
Donnerstag, 23. Februar 2012, 20.00 Uhr
Joseph Haydn und Darius Milhaud
Sonntag, 18. März 2012, 18.30 Uhr
Kritiken
Es gibt Kritiken, die möchte man sich ausschneiden und übers Bett hängen. Eine solche haben wir für unser Konzert am 18.1.2009 in der Allerheiligen Hofkirche vom Bayerischen Rundunk bekommen. Hier ist, was Ulrich Möller-Arnsberg in B5 Kultur sagte:
"Selten zu hörende Klänge von Mozart, seine Phantasien für Orgelwalze von 1790 nämlich, hatte die Münchner taschenphilharmonie aufs Programm gesetzt. Brillant vorgetragen in der grandiosen Akustik der Münchner Allerheiligen Hofkirche.
Es sind vor allem die geistreich vorgetragenen Erläuterungen von Dirigent Stangel, die diese Konzertreihe zum besonderen Erlebnis machen. Dem bewährten Konzept gemäß, ging es auch diesmal wieder um den Kontrast zu einem neueren Werk. Zu Arnold Schönbergs Klavierstücken op. 19, geschrieben 1911. Auch selten zu hören und spannend, weil am Schnittpunkt zwischen Schönbergs tonaler und atonaler Schaffensphase entstanden."
"Es lohnt sich, die Konzerte der Taschenphilharmonie zu besuchen. Sie sind liebevoll aufbereitet, intellektuell durchdrungen und gut für ungewöhnliche Hörerfahrungen."
Süddeutsche Zeitung 12.10.2011
Der Musikvermittler
Peter Stangel lehrt große und kleine Kinder Instrumentenkunde - und holt sich Hilfe bei Ude
München - Manche Erklärung zur klassischen Musik kann gar nicht anschaulich genug sein. Ein Beispiel: 'Eigentlich ist das Fagott so etwas wie eine riesengroße Oboe. Damit man es im Sitzen spielen kann, haben die Erfinder das zweieinhalb Meter lange Rohr einfach in der Mitte zusammengefaltet.' Wenn man das liest, weiß man natürlich schon längst, was eine Oboe ist. Zumindest wenn man das entzückende Buch 'Oboe & Co.' zur Hand hat, das Peter Stangel geschrieben und Cornelia von Seidlein illustriert hat.
Peter Stangel ist der vermutlich umtriebigste Musikvermittler Münchens. Und er lässt sich’s nicht verdrießen. Seit Jahren gibt er mit seiner Taschenphilharmonie Konzerte für Kindergärten und Schulen im Hubert-Burda-Saal. 6000 Kinder kamen im vergangenen Jahr, das Schulreferat half bei der Auswahl der Schulen, die Sparkassenstiftung bei der Bezahlung - bei vier bis sechs Euro pro Kind kann der Kartenverkauf die Kosten nicht ansatzweise decken. Die finanzielle Unterstützung geht jedoch zurück, Stangel braucht die Hilfe der Stadtsparkasse beim oben erwähnten Buch, die Stadt hat kein Geld - und Stangel hatte eine Idee. Er bat Oberbürgermeister Christian Ude um dessen Mitwirkung bei einem Benefizkonzert. Am heutigen Mittwoch also spielt die Taschenphilharmonie unter Stangels Leitung und ohne Gage in der Allerheiligen-Hofkirche Rossini, Mozart, Bizet und Strauss, Ude liest (19.30 Uhr) - und mit dem zu erwartenden Erlös will Stangel seine Kinderkonzerte finanzieren. Gleichzeitig wird an diesem Abend auch das Buch vorgestellt, das Stangel an sämtliche Kindergärten und Grundschulen Deutschlands zum Selbstkostenpreis von zehn Euro verteilen will. 'Klick' heißt diese Initiative, Ursula von der Leyen ist die Schirmherrin, und das Buch wie die ihm beiliegende CD soll dafür Sorge tragen, das Kinder wieder wissen, wie Musik und die dafür notwendigen Instrumente funktionieren. Denn das erklärt 'Oboe und Co.'. Stangel: „Ich hatte es satt, dass keiner mehr weiß, was eine Klarinette ist.“
Stangel hat inzwischen viele Preise für seine Arbeit gewonnen, hat bei Sony eine 13-teilige CD-Box herausgebracht, die mit reizenden Geschichten und Stangels eigenen Arrangements Komponisten und deren Werke erklärt. Die oben erwähnten Kinderkonzerte gibt es übrigens auch für die ganz normale Öffentlichkeit, dann in der Allerheiligen-Hofkirche, wo auch Stangels 'normale' Konzerte stattfinden (am 16. Oktober mit der Uraufführung seines eigenen Violinkonzerts), in denen er alte Werke neuen gegenüberstellt oder auch zwei gleichzeitig entstandene Stücke präsentiert, die gänzlich unterschiedlich sind. Und großen Kindern erklärt er in einer Reihe im Kleinen Konzertsaal, was das ist, eine Symphonie etwa. Er zerlegt sie, baut sie im Spielen wieder zusammen - und die Menschen, die sonst vielleicht gar nicht ins Konzert gehen, sind begeistert.
Egbert Tholl
